Freitag, 31. Oktober 2014

Ciabatta mit Rehfleisch, Cranberry - Chili Salsa, karamellisierten Zwiebeln und Orangencreme

Resteverwertung ist ja normalerweise ein eher leidiges Thema, lässt der hehre Zweck doch oft selbst kulinarische Schauermärchen erstaunlich vertretbar erscheinen.
Ich denke da an diverse Resteaufläufe der Oma, höchst-suspekte Pastasaucen, oder auch die mir unverständlichen Angewohnheit Mr. Kanadas aus alles Essen-Resten immer eine Eierspeise zaubern zu wollen.
Es gibt aber auch Dinge, von denen kann einfach nicht genug überbleiben!
 Und an erster Stelle steht hier ganz klar : Der Braten !
 Nein, vom Sonntagsbraten schlagen wir uns bewusst nie den Magen voll, denn wenns um Bratenreste geht, wird die Verwertung  zum kulinarischen Spielplatz.
So bin ich in den letzten Monaten zB. ein ziemlicher Fan von pulled pork  Burgern geworden.
Aber auch alle andere kalte Braten werden bei mir meist in fancy Sandwichkreationen eingebunden.

In der Wirtschaft meiner Familie gibt es einmal im Jahr für den Jagd-Verein ein fettes Reh-Essen mit anschließender Tortenschlacht.
Klar, dass ich da sowas von auf der Matte stehe!
Und da ich dabei nicht nur heimlich Torte schlemme und an Knochen nage, sondern auch zusammen mit Muttern die ganze Küche schmeiße, springt immer ein rieeesen Doggy -Bag heraus!
Auch dieses Mal!
Diese Woche hatte ich also das Vergnügen die Reste eines gigantischen Rehbratens auf möglichst raffinierte Weise in ein Brötchen zu packen.

Die Geschmackskombination ist ganz klar an der klassischen Anrichte-Weise der Wirtschaft meiner Family orientiert: Schön lecka Preiselbeeren auf ner XXL Orangenscheibe.

Die selbstgemachte Cranberry Sauce bekommt durch das Kochen der Früchte in Weißwein eine edle Säure. Ein Hauch Chili hebt die rubinrote Salsa zu einem absoluten Geschmackserlebnis empor.

Einfach perfekt zu Wild!

Ja, so ein Rehfleisch-Burger ist schon eine feine Sache


Die aus saurer Sahne, Majo und Orangenschale angerührte Creme sorgt für einen milden Kontrapunkt zu der fruchtig-scharfen Salsa und bringt alle Aromen zusammen, während sie dem ganzen noch eine erfrischende Zitrus-Note hinzufügt.



Und wie entlockt man den Essern dann das Höchstlob?
Das von genüsslichem Augenrollen und Schmatzgeräuschen begleitete "Woahhh,...geil!" ???
 Na klar: Mit ner schönen Ladung karamellisierter Zwiebeln on top!



Hm...die Chili-Cranberry Salsa macht, im Kontrast zu der Orangencreme, farblich schon was her!
Aber hilft nichts:  Drauf mit dem Deckel.



Orangen, Cranberries, Röst-Zwiebel und  zartes Rehfleisch: Ein Brötchen voller Wohlfühl-Aromen! Für mich als Wild-Fan, ist dieser Reh - Burger genau das richtige!
Kann ich auch euch dafür begeistern?

Für 4 Personen braucht ihr:
4 Mini Ciabattas oder Baguettes
4 Scheiben (ca 500 -600 g) Rehbraten, in mundgerechte Stücke geschnitten.
Etwas Feldsalat

Für die Orangen-Creme:
1 Becher saure Sahne
2 El Mayonaise /alternativ: Schmand
Schale einer Orange
1/2 - 1 Tl Zucker
Salz, Pfeffer nach gusto

Alle Zutaten zu einer glatten Creme rühren.


Für die karamellisierten Zwiebel:

2 Zwiebel
2 El Öl + 2 Tl Butter
1 El Zucker

Die Zwiebel in feine Ringe schneiden und ca 7 Minuten in dem Öl und der Butter anrösten. Den Zucker einstreuen und mindestens 10 Minuten karamellisieren lassen. Werden die Zwiebel zu schnell zu trocken, hilft es, etwas Wasser/Balsamico hinzuzufügen.


Für die Cranberry-Chili Salsa
adaptiert von BBC GoodFood

175 ml Weißwein
100g Zucker
1 rote Chilischote
300 g gefrohrene oder frische Cranberries /alternativ: Preiselbeeren

Zucker und Wein in einem Topf zum kochen bringen. Chili hacken und mit den Cranberries zu dem Siprup geben. Die Hitze reduzieren und 10 Minuten sanft vor sich hinköcheln lassen.
Dann vom Herd nehmen und abkühlen lassen.

So, nun müsst ihr nur noch die einzelnen Bestandteile zusammenbauen. Also Brötchen halbieren, dann Fleisch, dann Orangencreme, dann Cranberry Salsa, und zum Schluss eine schöne Portion Zwiebeln.

Guten Hunger ihr Lieben!

Seid geherzt,
Kiki



Sonntag, 26. Oktober 2014

Tiramisu Eclairs mit Schoko-Amaretto - Glasur

Bin das nur ich, oder fühlt ihr euch jetzt zum Jahreszeitenwechsel auch auf einmal so unglaublich müde, antriebslos und ausgelaugt?
Ehrlich, ich komm zur Zeit selbst nach 9 Stunden Schlaf kaum aus den Federn und gähne den ganzen Tag rum.
Neulich bin ich sogar beim Tatort eingepennt...und das passiert mir sonst nie!
Meine Oma hätte das noch als "Dramhappert beinand", mit einem Schulterzucken abgetan.
Aber als Kind des 21. Jahrhunderts habe ich natürlich sogleich Dr. Google um eine Diagnose gebeten und siehe da: Ich leide wohl an einer leichten Form des "Seasonal Affective Disorder" , kurz: SAD...
Kingt ja auch gleich ganz anders, oder?
Was wären wir nur ohne Doktor Google? Am Ende noch total gesund? Das fehlte...
Dank dieser fancy Diagnose kann ich dann auch das nächste Mal souverän kontern, wenn mich wieder ein Kommilitone mit dem Kopf auf der Tastatur im Lesesaal der Uni-Bib erwischt:
" Nein, ich hab nicht gesoffen, ich habe nur eine leichte Form von SAD. Kennst du ja, oder? "
Dann würde, anstatt der Witzeleien, nämlich lediglich ein verständnisvolles Nicken kommen , während schnell das Thema gewechselt wird, um sich nicht die Blöße geben zu müssen, zuzugeben, dass man nicht weiß, was das ist.
Jep, Morgens, halb zwölf in Deutschland.
Laut Doktor Google sollte ich wohl am besten schnell eine UV-Therapie beginnen und mir am besten auch gleich noch ein paar bunte Pillchen reinknallen, die mir der Psychologe meines Vertrauens sicher ohne Probleme verschreiben wird.
Versteht mich jetzt nicht falsch: Es gibt wirklich viele Menschen, die unter Herbst-Depressionen leiden. Ich will jetzt auch nichts verharmlosen. Eine Mangel an UV macht uns Menschlein schon schnell mal zu schaffen.
Aber ich finde es schon schockierend, wie schnell wir mittlerweile alle zu Medikamenten greifen.
Und wie schnell einem sofort bereitwillig etwas verschrieben wird - und das schon bei jedem Wehwehchen..
Ich selbst muss mir da auch mal an die Nase fassen: Mein Aspirin Verbrauch ist derzeit echt indiskutabel. Bei Kopfschmerzen werd ich zur Super-Memme.
Ich werde mich bessern.

Gegen die Herbst-Müdigkeit versuch ichs jedenfalls erst mal mit langen Spaziergängen und ein bisschen Extra-Koffein.
Darum gibts heute einen süßen Muntermacher mit Hallo-Wach-Effekt.
Und zwar in Form eines Tiramisu Eclairs mit Schoko-Amaretto Glasur.


Tiramisu Eclair


Die knusprigen, leicht gewürzten Liebesknochen sind mit einer absolut dekadenten Tiramisu Creme gefüllt. Ich rede hier von, Butter, Amaretto, Kakao und Tiramisu Pudding.
Jep, wir haben uns ums Schüssel-Ausschlecken gestritten und ich war froh, dass ich die Eclairs schon gefüllt habe, bevor Mr. Kanada zum Probier-Löffel greifen konnte.

Wo ist denn da die Amaretto-Glasur, fragt ihr euch? Das kann ich euch sagen, die glasierten haben die Erst - Attacke von Mr. Kanada nicht überlebt. Da geht man kurz mal eine Runde joggen, und dann so was...Die restlichen bekamen nur noch einen leichten Glasur-Antrick und dafür umso mehr Kakao ab.

Für die Eclairs habe ich mal das Rezept für Paté Choux von John Whaites ausprobiert und war von der Konsistenz wirklich total begeistert.
Die Dinger gingen richtig schön auf und waren wunderbar knusprig, gar nicht teigig und zergingen nur so im Mund.

Für die Tiramisu-Creme:
230 ml Vollmilch
1 El Espressopulver oder Instant-Kaffee
1 Pck. Pudding Tiramisu Geschmack (den gibts von der Marke Ruf)
2 El Kakaopulver
1 El Amaretto
200g Butter
175 g Puderzucker
1 Prise Salz

Milch mit einer Prise Salz, Zucker, Espressopulver und Puddingpulver zu einem dicken Pudding kochen. Leicht abkühlen lassen und dann die Butter, den Kakao und den Amaretto einrühren. Den Pudding in eine Schüssel geben, mit Frischhalte-Folie bedecken (Die Folie dabei auf den Pudding drücken) und im Kühlschrank fest werden lassen.

Für die Eclairs:
Ich habe die doppelte Menge hiervon genommen, da ich dachte, ich hätte ja soooo viel Füllung.
Im Endeffekt blieben mir dann sehr viele Eclairs über
Ihr habt jetzt 2 Optionen..
Mit der hier angegebenen Menge könnt ihr jedes Eclair halbieren und so richtig dick füllen.
Alternativ verdoppelt ihr die Menge der Brandmasse und befüllt die Eclairs nach traditioneller Art. Also ohne halbieren- und injiziert die Füllung in ein Ende des Eclairs.

110 ml Wasser
40 g Butter
Prise Salz
Prise Zucker
65 g Mehl
110 g Ei (ca 2 M Eier)
1/2 Tl Zimt

Den Ofen auf 200 Grad vorheizen.
Wasser in einem Topf geben und mit Butter, Salz und Zucker bis kurz vor den Siedepunkt erhitzen. Das Mehl auf einmal in den Topf geben und unter weiterer Hitzezufuhr mit einem Holzlöffel gut verrühren, bis der Teig eine Kugel formt und schön glatt aussieht. Die Kugel von allen Seiten schön "abbrennen" lassen.
Den Teig in einer Schüssel 5 Minuten abkühlen lassen und dann nacheinander die Eier unterrühren, bis ein elastischer, geschmeidiger Teig entsteht. Wenn ihr einen Löffel voll Teig abnehmt, sollte die Brandmasse innerhalb 5 Sekunden vom Löffel fallen.
Die Masse  in einen Spritzbeutel (große Sterntülle) geben und damit die Eclairs auf ein vorbereitetes Backpapier spritzen. Mit einem feuchten Finger die Enden schön abrunden und evtl Teig-Spitzen glätten, die beim Absetzen des Beutels entstehen,
Im Ofen erst 10 Minuten bei 200 Grad voll aufgehen lassen und dann noch einmal 20 bei 180 Grad backen (je nach Größe müsst ihr sie evtl schon eher rausnehmen oder noch ein paar Minuten draufgeben).
Die Eclairs sollen ihnen hohl sein und außen knusprig und goldbraun gebacken sein.
Eclairs noch heiß halbieren und abkühlen lassen, bevor ihr sie mithilfe eines Spritzbeutels mit der Creme füllt.
Die obere Hälfte der Eclairs tauch ihr in die Glasur, die ihr aus:

150 g Puderzucker ,
2 Tl Instant-Kaffee/Espressopulver,
1-2 El Amaretto,
und 1 Tl Kakao  anrührt.

Die fertigen Eclairs evtl noch mit Kakao bestäuben und entweder gleich genießen oder bis zum Servieren kühlstellen.

Und hey, mit einer Tasse Kaffee und 2-3 Eclairs hinter der Binde, fühle mich irgendwie gleich
um einiges munterer und unternehmungslustiger.
Ob das jetzt der Placebo-Effekt ist? Kann sein, aber ist an dieser Stelle auch total gleichgültig.
Für mich, sind und bleiben die Tiramisu-Eclairs meine allerliebste Medizin gegen der Herbst-Blues.

Was macht ihr denn so, um bei dem Temperatur-Sturz bei Laune zu bleiben?

Seid gegrüßt,
Kiki






Donnerstag, 23. Oktober 2014

Herbstlicher Hefekranz mit Feigen, Honig, Pistazien & Feta

Hatten wir nicht einen wunderschönen goldenen Herbst? 
Nun, damit scheint es laut Wetterbericht ja jetzt erst mal vorbei zu sein. 
Ein Blick aus dem Fenster heute Morgen genügte, um mich davon zu überzeugen, den Vormittag lieber, in meine Felldecke gekuschelt, im Bett zu verbringen. 
Und zwar mit einer schönen Tasse Rooibusch-Tee und einem großen Stück von diesem ofenfrischen, herbstlichen Hefekranz !
Den Hefeteig habe ich schon über Nacht im Kühlschrank gehen lassen und musste ihn praktisch nur noch füllen und in die richtige Form bringen!
Das ist einfach eine geniale Lösung für alle, die, wie ich, gerne mit frischem Hefegebäck in den Tag starten, aber dafür nicht schon zu nachtschlafenden Zeiten aufstehen wollen! 

Schon länger wollte ich einmal einen Hefekranz backen - und zwar mit richtig schön herbstlichen Aromen. Schließlich bin ich beim Stöbern im Netz auf eine Version mit Feigen und Pistazien gestoßen, in die ich mich auf Anhieb verliebt habe! 



Das zarte Grün der Pistazien gepaart mit dem intensiven Rot der reifen Feigen - Ein Bild für Götter.
Und auch geschmacklich ist dieser Hefekranz ein absoluter Kracher.



Feigen schreien meiner Meinung ja geradezu nach der Paarung mit Honig, Käse und feinen Nüssen. Und dieser saftige, buttrige Hefekranz bringt diese herrliche Aromen-Kombination auf wunderbarste Weise zusammen.


Unser Hefekranz liegt geschmacklich irgendwo zwischen süß und herzhaft - ist also das perfekte Brunch-Gebäck (Für den nächsten Weihnachts- Brunch kann man ja nicht früh genug mit der Planung beginnen :-)) ! Auch für ein herbstliches Picknick eignet sich unser Herbstlicher Hefekranz ganz wunderbar, da er sich leicht schneiden lässt und keine klebrigen Finger macht!

Dazu handelt es sich hier um ein Rezept der Kategorie "Mini-Max", also minimaler Aufwand bei maximaler Wirkung !! Da sind wir doch gleich dabei, oder?
Auch wenn der Kranz nach komplizierter Flechtarbeit á la 1 über 3 unter 4 und durch 2 aussieht, kann ich an dieser Stelle also gleich Entwarnung geben!
Geflochten wird hier nämlich so gut wie gar nicht! Aber dazu komme ich jetzt eh gleich im Rezept!
Also ran an die Knethaken, ihr Lieben ! Denn wer Feigen, Pistazien und Käse liebt, muss diesen Hefekranz einfach nachbacken!!!


Ihr braucht dazu:
Adaptiert von Twigg Studio

Für den Hefeteig
500 g  Mehl 
1 Päckchen Trockenhefe
1/2 Tl Salz
15 g Zucker
200 ml lauwarmes Wasser
100 ml Milch , lauwarm
1 verquirltes Ei
40 g Butter, auf Zimmertemperatur

Füllung:
5 Feigen, in feinen Scheiben
100 g Pistazien, gehackt
5 El Honig
200 g Feta, zerbröckelt

Beachte: Wenn ihr, wie ich, den Teig über Nacht im Kühlschrank gehen lassen wollt, können alle Zutaten kalt miteinander vermischt werden und dann in einer Schüssel, mit Alufolie bedeckt, im Kühlschrank übernachten. Am nächsten Morgen ca 30 Minuten auf Zimmertemperatur kommen lassen, bevor ihr ihn ausrollt und belegt.

Für den Teig Mehl mit Salz vermischen und in einer Mulde Hefe, Zucker, Ei, Milch und Butter hineingeben. Mit dem Knethaken verkneten und dabei das Wasser dazugeben. Ca. 5 Minuten mit den Hakenaufsatz kneten (mit der Hand dauerts gut 10), bis der Teig elastisch ist.
Zu einer Kugel formen, in eine leicht geölte Schüssel geben, mit Folie bedecken und 1-2 Stunden an einem warmen Ort gehen lassen, bis sein Volumen sich verdoppelt.
Dann gut druchkneten und zu einem großen Rechteck ausrollen. Mit den Zutaten für die Füllung belegen und den Honig schön gleichmäßig über das belegte Rechteck träufeln lassen.
Den Teig von der langen Seite aus zu einer Rolle drehen.
So- nun kommen wir zu dem spaßigen Teil!
Die Rolle senkrecht vor euch positionieren, so dass ein Rollenende auf euch zeigt, und ein Messer zur Hand nehmen. Ca 2 cm nach den obersten Ende der Rolle ansetzen und die Rolle längs durchschneiden. Die 2 entstandenen Stränge miteinander verflechten und die so entstandene Teig-Korden zu einem Kranz formen. Dabei die Enden schön zusammenbringen. (Zur Visualisierung: Hier gibts eine tolle Bilder-Galerie von Joy).
Unser Feigen-Pistazien Kranz sieht dann in etwa so aus:



Den Kranz noch einmal 40 Minuten gehen lassen und dann im vorgeheizten Ofen bei 200 Grad ca 10 Minuten und dann bei 180 Grad ca 20-25 Minuten goldbraun backen lassen. Den Kranz evtl mit Alufolie abdecken, wenn er zu rasch braun wird.
Hm.....merkt ihr schon, wie verführerisch eure Küche duftet??
Ohja, the Vorfreude is on!!
Nach dem Backen trotzdem noch etwas abkühlen lassen und dann lauwarm, mit Puderzucker bestreut, genießen.
Dazu ein Tässchen heiße Schokolade oder ein schöner Milchkaffee und ich bin auf einmal trotz miesepetrigem Wetter in Höchststimmung!
So ein Hefekranz ist doch einfach wie ein Teddybär für die Seele, nicht wahr?

Es grüßt euch,
Eure Kiki


Montag, 20. Oktober 2014

Sticky Toffifee Buns

Toffifee - gleich nach der baren Münze wohl das wirksamste Bestechungsmittel der Welt!
Jawohl!
Mit Toffifee kriegt man sie alle!
Damit habe ich als Lehrerin back in Costa Rica sogar die wildeste Schulklasse gebändigt.
Jep, wenn die Hormone die heißblütigen Latino - Teenies schon nicht auf den Stühlen halten: Toffifee tut es!
Knackige Haselnuss, dunkle Schoki und zartes Karamell.
Wer liegt da nicht winselnd am Boden?

Und auch alles, was mit ihnen in Berührung kommt, bekommt etwas ab von dem magischen Toffifee(n) - Staub!
Wie zum Beispiel diese kleinen Schneckchen!
Man nehme einen Butter-Hefeteig, fülle ihn mit aromatisch gerösteten Haselnüssen, guter Butter und kleingehackten Toffifee..

Sticky Buns mit Karamell und Haselnüssen

 Dann kuschele man sich mit einem guten Buch aufs Sofa und warte, bis die ganze Wohnung nach gerösteten Nüssen und Karamell duftet....Ohja, dann sind unsere Sticky Toffifee Buns nämlich schon auf dem richtigen Weg.....

Toffifee Karamell Buns


 Und nach einer halben Stunde Ofenduft - Porno ist man in Besitz einer absoluten Geheimwaffe, mit der ihr wirklich jeden Kuchenkaspar um den Finger gewickelt bekommt. Sticky Toffifee Buns for Worldpeace !! Damit hängt der Haussegen wieder gerade!


Sticky Toffifee Buns mit Haselnüssen

Mal ehrlich,  geschmolzenes Karamell, Schoko und Haselnüsse ....wer wird denn da nicht schwach??

Also ich sage mal: Holla, die Toffifee und labere jetzt auch nicht mehr lange herum!
Voilá das Rezept:

Für eine 28 cm Springform braucht ihr:

1 Päckchen Trockenhefe
250 ml lauwarme Milch
500g Mehl
100 g Zucker
230 g Butter
4 Eigelbe
2 Tl Vanille-Extrakt
Salz
100g gemahlene Haselnüsse
1 Packung Toffifee
evtl. Krokant oder Haselnussblättchen o.ä zur Deko

Mehl und eine Prise Salz in eine Schüssel geben und eine Mulde hineindrücken, in die wir Hefe, 50 g Zucker, Eigelbe,  und 80 g Butter geben und dann unter Rühren mit den Knethaken die lauwarme Milch zugeben. Mit dem Handmixer müsst ihr diesen Teig gute 5 Minuten bearbeiten, bis ein glatter, elastischer Teig entsteht. Zugedeckt an einem warmen Ort 40 Minuten gehen lassen

Die Haselnüsse in einer Pfanne ohne Fett rösten und abkühlen lassen. Die Toffifees klein hacken und dabei ruhig etwas naschen :-) 150 g Butter, 50 g Zucker und Vanille mit dem Handmixer cremig schlagen und die gemahlenen Nüsse zugeben.

Den fertig gegangenen Teig noch einmal durchkneten und dann auf einer bemehlten Arbeitsfläche zu einem Rechteck von 60x40 cm ausrollen. Mit der Haselnussmasse bestreichen und die gehackten Toffifees auf dem Rechteck verstreuen.

Den Teig von der langen Seite her aufrollen und die Rolle in 12 Scheiben von etwa 5 cm Länge schneiden. Die Teigschnecken setzen wir aufrecht in unsere gefettete 28 cm Springform und lassen sie noch einmal 15 Minuten bei Zimmertemperatur ruhen.
Dann bestreuen wir sie evtl mit Haselnussblättchen ( ist nur ein Vorschlag -Die Schnecken auf dem Bild sind ohne Deko gebacken und sehen auch so recht hübsch aus, nicht) und backen sie bei 180 Grad auf der 2. Schiene von unten etwa 40 Minuten goldbraun.

Sind eure Schneckchen schön goldbraun und karamellisiert? Dann löst sie noch heiß möglichst schnell aus der Springform. Wenn das Karamell erst hart wird, gibts sonst evtl. Probleme!

Am besten schlagt ihr dann schnell noch einen Becher Sahne auf  - denn so ein kleiner Berg Sahne zu den noch warmen Toffifee Schnecken - das macht die ganze Angelegenheit nochmal ganz anders pornös!

Also ich weiß nicht, welchem Genie der Lebensmittelindustrie wir die Toffifees zu verdanken haben (Irgendetwas sagt mir, es war eine Frau! ). Dem_derjenigen würde ich wirklich gerne mal Blumen schicken!

Oder vielleicht ein Blech voller Sticky Toffifee Buns?

Ich wünsche euch einen guten Start in die Woche,
Eure Kiki





Donnerstag, 16. Oktober 2014

Mediterranes Zwiebel-Knoblauch Brot

Also was Brot backen angeht, hab ich ehrlich gesagt grundsätzlich weniger Selbstvertrauen.
Mit anderen Worten: Es ging ein paar Mal gehörig schief und ich habe dann schnell das Handtuch geworfen.
Sobald bei einem Rezept Hefe im Spiel ist, überkommt mich daher ein leichtes Unbehagen.
Es ähnelt dem Gefühl, wenn du dich eigentlich tierische auf eine Party (das Rezept) freust und dann den Namen deines Ex-Freundes ( HEFE) auf der Facebook-Gäste liest.
Zeit was zu ändern, Kiki! Werde erwachsen. Stelle dich.
Und das tue ich jetzt auch. Und zu seinem denkbar güstigem Zeitpunkt, denn heute ist der World Bread Day 2014 ! Hurrah!!
Bei genanntem Ex-Freund Szenario, wie auch bei Hefe-Rezepten ist Vorbereitung das Gebot der Stunde. Und ein guter Plan B, falls es zur Eskalation kommt.
Unter Einhaltung dieser Gebote,  habe ich mich wie gesagt zur Vorbereitung auf den heutigen Tag, wieder mal an etliche Brot-Rezepte rangetraut.
Aber auf den Blog hat es einfach noch keines der dabei entstandenen Laibe geschafft, denn dann müsste es ja nicht nur genießbar, sondern so lecker sein, dass das damit verbundene Wrestling mit dem Hefeteig auch gerechtfertigt ist.

Aber letztendlich habe ich dann doch ein paar sehr ordentliche Laibe fabriziert und deshalb freut es mich besonders zum World Bread Day 2014 mein würdigstes Exemplar abliefern zu können!
Dieses herrlich mediterrane Zwiebel-Knoblauch Brot ist meine Variante eines alten "Naked-Chef" Rezeptes von Jamie Oliver.



Es besticht mit einer knusprigen Kruste und überrascht mit einer wirklich herrlich saftigen und aromatischen Füllung, die das Herz jedes Brot-Fans höher schlagen lässt!
Und auch vor Vampiren braucht ihr euch für die nächsten Tage wohl eher nicht zu fürchten, denn in die Füllung wandern neben karamellisierten Zwiebeln auch 2 ganze Knollen Knoblauch! Jep,  Knollen - keine Zehe!
Feinster Balsamico und jede Menge frischer Kräuter sorgen für ein rundes Aroma und jede Menge Mittelmeer - Flair.


Das Zwiebel Knoblauch Brot passt im Sommer als Grillbeilage und im Winter perfekt zu wärmenden Suppen.
Ein Genuss für jede Jahreszeit!

Für den Teig braucht ihr:

1 kg Mehl 550
 30 g frische oder 3 Pck Trockenhefe
30 g Honig
625 ml lauwarmes Wasser
30 g Salz

Hefe und Honig in der Hälfte des Wassers auflösen
Das Mehl  und das Salz in eine Schüssel geben und eine Mulde hineindrücken, in die wir die Honig-Hefemischung geben. Zusammen mit dem restlichen Wasser zu einem Teig verarbeiten und mit den Händen oder dem Knethaken 5-10 Minuten bearbeiten, bis ihr einen geschmeidigen Teig habt.
Diesen formt ihr zu einer Kugel, schneidet ihn mit einem Messer ein und lasst ihn in einer mit Folie bedeckten Schüssel an einem warmen Ort ca 40 Minuten gehen. (Nun macht ihr euch an die Füllung und heizt schon mal den Ofen auf 200 Grad vor). Nach der ersten Ruhepause, in der sich der Teig verdoppeln sollte, knetet ihr ihn noch einmal durch und schlag dabei die Luft heraus.
Rollt den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche aus und bestreicht  ihn mit der Zwiebel-Knoblauchmasse (s.u). Den Teig nun zu einer Wurst aufrollen und ihm eine 2. ca 30 minütige Ruhepause gönnen, in der er sich der Laib noch einmal verdoppeln soll.
Nach Ablauf der Ruhepause auf einem mit Öl bestrichenem Blech für ca 35 Minuten bei 220 Grad backen.
Macht zur Überprüfung einfach den Klopf-Test. Klingt der Laib beim Klopfen des Brot - Bodens hohl, ist er fertig gebacken.

Für die Füllung:
4 Zwiebeln (ich nahm weiße aber mit roten wirds noch feiner)
2 Knollen Knofi
10 El Balsamico -Essig
4 El Olivenöl
2 El Zucker
Salz nach gusto
4 Tl Thymianblätter, frisch oder getrocknet
1-2 Tl Rosmarin

Knoblauch in Scheibchen schneiden und die Zwiebeln fein hacken und in dem Öl ca 5 Minuten glasig dünsten. Den Zucker zugeben und karamellisieren lassen. Nun geben wir den Balsamico, das Salz und die Kräuter hinzu und lassen die Mischung zu einer schön dicken Masse einkochen.
Mit dieser Mischung füllt ihr dann, wir oben beschrieben, euer Brot.

In dieses Sinne, happy World Bread Day, ihr Lieben,
Eure Kiki



Mittwoch, 15. Oktober 2014

Kikis Empanadas "Puerto Limón"

In Puerto Limón, an der Karibik-Küste Costa Ricas, ist fast jedem meiner Spezel schon mal etwas geklaut worden. Einheimischen und Touris gleichermaßen.
Tatort war dabei meist der berühmt berüchtigte Bus-Bahnhof, an dem wir auf dem Weg zum Strand immer eine Mittagspause einlegten.
Ganze Backpacks konnten da innerhalb weniger Sekunden einfach spurlos verschwunden sein.
Und glaubt mir, ich stand daneben und merkte nichts.
Manch einer könnte jetzt sagen: Na Kiki, dann bleib doch einfach im Bus, oder?
Hm..das ist wohl was dran.
Aber ich hatte ein ziemlich trifftiges Gegenargument: Empanadas!
Ohja, an diesem Busbahnhof verkaufte nämlich eine gefühlt 90-jährige ihre hausgemachten Empanadas.
Sie wusste auch, dass sie die Beste ist und lies sich auch nicht von quengelnden Touris aus der Ruhe bringen, die dem rauchenden Busfahrer über die Schulter flehende Blicke zuwarfen, doch bitte nicht ohne sie loszufahren.
Tja, ihr Lieben.  Man musste bei der 5 Minuten Pause schon Prioritäten setzen.
Empanadas ODER eine schneller Gang zur Toilette.
Gut, dass ich damals schon meinen Mr. Kanada hatte und so zu beidem kam.
Ohja, so eine Urlaubs-Liebe hat auch eine pragmatische Seite.
Und besonders wenn es um Empanadas geht, werde ich zum eiskalt kalkulierendem Biest.
Hm...und wenn man dann glücklich mit seiner noch heißen, duftenden Teigtasche im Bus saß und die Zähne genüsslich durch den blättrigen Teig brachen, während man aus dem Busfenster schon Meer und Palmen sehen konnte - Ja, dann wusste man, es ist Wochenende!
Dieses Feeling holen wir uns auch regelmäßig in unsere Passauer Wohnung.
Ja, ich habe, gerade jetzt im Herbst, so eine Sehnsucht nach diesem schwerelosem Strand-Leben, dass ich es mir zum Ziel gemacht habe, genau diese Empanadas zu reproduzieren.

 Die Rezeptur stammte, laut der Empanada-Omi, aus Jamaika (Das kann man seinen Stammkunden schon mal verraten, oder). Und ja, auch dort habe ich einige "Beef Patties" gegessen, die die selbe schöne Teigfärbung und das selbe würzige Innenleben aufweisen konnten. Also hab ich mich ein bisschen mit den Jamaikanischen Rezepturen befasst und nach etlichen Versuchen hab ich das original " Puerto Limón Feeling " bei dieser Version hier bekommen.

Karibische Empanadas
Hm...für mich die besten Empanadas ...oder sind es jetzt Beef Patties ?? 
Genauer genommen sind es also eher Jamaikanische Beef Patties...Der Location wegen wurden sie aber als Empanadas über die Theke gereicht.
Empanadas....Patties..Klassischer Fall von: Same, same, but different. Für diese Aussage würde mich wohl jeder Latino mit bösen Blicken strafen, denn jedes Land schwört auf seine eigene Version. Aber wie gesagt: Das Prinzip ist das selbe, beim Teig hat eh jede Hausfrau "ihr" Rezept und die Würze und Menge der Füllung variiert auch nach gusto.
Die Füllung dieser Empanadas bzw. Beef Patties besteht aus Rinderhack, Frühlingszwiebeln, Kürbis und Paprika!
Der Clou ist aber die Jamaikanische Gewürzmischung mit reichlich Knoblauch, Thymian, und Paprika, die jeden Bissen in diese warm-knusprige Empanada zum absoluten Genussmoment macht.
Und da ich glaubte, bei den Empanadas in Puerto Limón auch etwas Kokos und Ingwer herauszuschmecken, wandert auch davon noch etwas hinein!

Weltbeste Empanadas

Den Teig bekommen die Insulaner durch die Zugabe von reichlich Kurkuma so schön gelb.
Daher auch der Name: "Sunshine Patties" !
Also lange Rede kurzer Sinn: Hier mein Rezept für diese karibische Köstlichkeit.

Für den Teig

250 g Mehl
100g Butter im Stück gefroren
75 ml eiskaltes Wasser
1,5 Tl Kurkuma
2 Prisen Salz

Für die Füllung
1 Zwiebel
2-3 Zehen Knoblauch
100g Kürbis, klein gewürfelt
1 Lauchzwiebel in Scheibchen
1 kleine Tomate, in kleinen Würfeln
1/2 rote Paprikaschote, gewürfelt
400g Hack
2 kleine Scheiben (ca. 50 g) Toastbrotkrümel
2 Tl geriebener Ingwer
2 Tl Curry
2 Tl Paprika
2 Tl Thymian
125 ml Brühe
2 kleine getrocknete Chilis
2 El Worcestersauce
2 El Öl
Salz und frischer Pfeffer
1 El Kokosflocken

1 Ei, verquirlt zum Bepinseln

Mehl mit Salz und Kurkuma vermischen. Dann die gefrorene Butter in das Mehl raspeln oder in kleinen Stückchen dazugeben und rasch mit dem Mehl verkneten, bis eine bröselige Mischung entsteht. Das Wasser dazugeben und rasch zu einer dicken Wurst formen, die wir noch einmal für ca 20-30 Minuten in den Kühlschrank geben.
Einstweilen rösten wir Knoblauch, zerstoßene Chilischoten und Zwiebel mit Öl an und geben das Fleisch, Salz, Pfeffer, Ingwer und die Kürbisstückchen dazu. Nach ca 8 Minuten kommen auch die restlichen Gewürze, die Worcestersauce,  Paprika, Tomate und die Frühlingszwiebeln hinzu. Nach ca 5 Minuten kommen  auch die Kokosflocken, Toastbrotkrümel und die Brühe dazu.
Einkochen lassen, bis eine dicke Masse entsteht.
Nun nehmen wir den Teig aus dem Kühlschrank und heizen schon mal den Ofen auf 190 Grad vor.
Danach schneiden wir von der Rolle ca. 8-10 Scheiben ab und rollen aus jeder Teigportion einen Kreis von ca 15 cm Durchmesser. Nun geben wir ca 2 El Füllung in die Mitte jedes Teiges, klappen den Teig zusammen, wie bei einer Calzone und versiegeln die Enden der Empanadas mit der Rückseite einer Gabel. Die fertigen Teigtaschen bepinseln wir mit dem verqirltem Ei und backen sie ca 30 Minuten knusprig braun.

Nach dem Backen lasst ihr eure Empanadas ca. 5 Minuten auskühlen. Aber dann nichts wie ran an die Taschen, denn warm und ofenfrisch sind sie am Besten!


Hmm...So eine ofenfrische Empanada ist einfach wie ein Kurzurlaub in der Karibik!
Und den könnten wir doch ehrlich gesagt, alle gebrauchen, oder ?

Aus dem Teigtaschen-Himmel grüßt euch,
Kiki

Montag, 13. Oktober 2014

Pumpkin Pie Cupcakes

So eine multikulturelle Beziehung hat schon viel Gutes.
Besonders, wenn man zusätzlich zu den deutschen Fress-Festtagen, Weihnachten und Ostern, einfach noch einen Tag dazubekommt, an dem man im Namen der Tradition ein legendäres Gelage einbauen kann.
Ich spreche natürlich von Thanksgiving.
Jedoch nicht das amerikanische, das erst Ende November gefeiert wird , sondern das kanadische. Und das ist schon am 13. Oktober ! Also Heute!
Bei dem geplanten Schmaus darf natürlich eines nicht fehlen: Der berühmte Pumpkin Pie!
Ja - Thanksgiving ohne Pumpkin Pie ist, laut Mr. Kanada, in etwa so schlimm, wie Weihnachten ohne Plätzchen.
Wer wäre also ich, ihm den cremig würzigen Dessert-Traum zu verweigern?
Ich habe mir allerdings erlaubt, den Klassiker etwas abzuwandeln!
Bei meiner Version des Pumpkin Pies pfeife ich nämlich auf die Pie-Crust und konzentriere ich mich einfach auf das ohnehin Allerbeste: Die Füllung!!
Und zwar in Form eines Cupcakes!

Irresistible Pumpkin Pie Cupcakes



Diese Mini Pumpkin Pies scheinen gerade der letzte Schrei in den Staaten zu sein und werden dort mit "The Impossible" Pumpkin Pie Cupcakes betitelt!
Was an ihnen unmöglich sein soll, muss man mir wohl noch erklären! Unglaublich lecker triffts wohl besser!

Pumpkin Pie Cupcake

Pumpkin Pie Cupcake


Die Textur ist dabei nicht wie bei einem Kuchen, sondern eben eher saftig, wie schnittfeste Pumpkin Pie-Füllung eben sein muss!




Das Rezept reicht für 12 kleine Cupcakes!
Adaptiert nach Justapinch.com
Zunächst braucht ihr die klassische Pumpkin Pie Würzmischung.
Dazu kombiniert ihr
1 Tl Zimt
1/2 Tl Muskat
1/4 Tl Nelken
1/4 Tl Piment
1/2 -1 Tl Ingwer

Für den Pie-Filling Teig braucht ihr
ca. 1/2 Hokkaido Kürbis (für 430 g Kürbis Püree)
2 Eier
1/4 Tl Backpulver
1/4 Tl Natron
1/2 Tl Salz
1 Tl Vanille-Extrakt
180 ml Kondensmilch
100 g Mehl
100 g Zucker, weiß
50 g   Zucker, braun

Für das Frosting:
1 Becher Sahne
1 Becher Schmand
2 Päckchen Bourbon-Vanillezucker
2 Päckchen Sahnesteif

Den Ofen auf 180 Grad vorheizen und die Muffin-Form ordentlich buttern. Wir brauchen hier keine Papierförmchen!
Zunächst müssen wir  den Kürbis in Stückchen schneiden, mit ein paar El Wasser im Topf weich kochen und zu einem dicken Brei pürieren. Wir brauchen ca 430 g Kürbis-Püree.
Wenn eure Food-Processor schwächelt, könnt ihr schon mal die Kondensmilch zum Kürbis geben, um das pürieren zu erleichtern. Dann wandern auch die Eier, Zucker, die Vanille und evtl. Rest-Kondensmilch zum Kürbisteig.  Das Mehl mischen wir mit den Pumpkin Pie Gewürzen, dem Salz und dem Backpulver und Natron und rühren dies zuletzt in unseren Teig.
Abschmecken nicht vergessen und evtl noch etwas nachwürzen/süßen.
Und dann ab in die Formen (Teig reicht für 12 Stück)  und rein in den Ofen für ca 20 Minuten. Nach dem Backen ca 20 Minuten auskühlen lassen, dann stürzen (keine Panik, das geht schon) und noch einmal für eine halbe Stunde in den Kühlschrank geben.
Einstweilen schon mal die Sahne mit Vanillezucker und Sahnesteif schlagen und mit dem Schmand zu einer spritz-festen Masse vermixen. Ebenfalls kühlen, bis zum Anrichten oder gleich mit der Sterntülle schöne Häubchen auf die Cupcakes spritzen!
Jeden Mini-Pumpkin Pie evtl noch mit einer Prise Zimt verfeinern.

Hm...so schnell waren Cupcakes noch nie weg! Liegt wohl daran, dass sie relativ leicht sind! Habt ihr gemerkt, dass der Teig fast kein Fett enthält?
Dem Geschmack tuts jedenfalls keinen Abbruch! Und nach dem Thanksgiving - Braten darf es zum Dessert ruhig ein bisschen gesünder zugehen!

Aber mal ganz abgesehen von nordamerikanischen Fress-Festtagen, passen diese Cupcakes einfach wunderbar in den goldenen Oktober ! Genau das richtige für das Erntedank-Kaffeekränzchen mit Tante Hilde und den Schwiegereltern! "Wooos? A Kürbis is do drin? Sochan gibts...."
Hm..oder zum Horrorfilm Marathon an Halloween?
Krümel im Bett gibt es hier nämlich sicherlich keine!


Seid geherzt,
Eure Kiki



Dienstag, 7. Oktober 2014

Pitabrot mit Entenbrust, Rotkohl & Ingwer-Mandarinen Chutney

Meine Schwiegermutter gehört zu den experimentierfreudigsten Frauen, die ich kenne.
Besonders, was ihre Kochgewohnheiten betrifft.
Vom sous vide garen in der Spülmaschine bis zum Herstellen der eigenen Wurst...meine Schwiegerma hat alles schon probiert. Dagegen wirke ich, mit meinen 25 Jahren oft wie das größte kulinarische Gewohnheitstier!
Jüngst ist sie dazu übergegangen nur noch mit Entenfett zu kochen!
Und das macht Sinn, denn angeblich enthält dieses 2 x weniger gesundheitsschädliche,gesättigte Fette als Butter.
Aber nicht nur das Fett, sondern auch das Entenfleisch scheint gesünder zu sein, als man auf den ersten Blick meinen könnte. So soll der Verzehr dabei helfen, das Risiko für Herzkreislauferkrankungen zu mindern und sogar den Cholesterinspiegel zu senken!
Na, denn! Umso besser, dass es jetzt wieder überall Ente zu kaufen gibt!
Im Restaurant von Mr. Kanadas gibt es zur Zeit ein Enten-Braten Spezial!
Was nach Feierabend an Braten und Rotkohl übrig bleibt, gehört dem Koch :-) ...und seiner kochwütigen Verlobten. Die Firma dankt.
Braten-Reste kann man einfach nicht genug haben!
Wenn auch ihr gerne mal einen schönen Entenbraten macht und am nächsten Tag nicht wisst, wohin mit Braten und Rotkohl-Resten, dann ist das hier EUER Rezept.
Wenn nicht, dann könnt ihr euch auch einfach ein Entenbrüstchen braten und evtl. ein Glas Rotkohl vom Super holen.
Nur das Chutney, das MÜSST ihr selber machen! Solltet ihr euch auch gegen die Burger-Variante entscheiden, dann esst es einfach als  Dip zu eurer Entenbrust! Eine absolute Offenbarung!!
Ich persönlich spüre momentan irgendwie den Drang, alles in ein Brötchen zu packen!
Liegt wohl an den sinkenden Temperaturen!
Womöglich will mein Körper Kohlehydrate bunkern - Jetzt kurz vor dem Winterschlaf ...
Ich lass ihn mal in dem Glauben...
Meine Carb-Mania macht jedenfalls auch vor feiner Entenbrust keinen Halt.
Und zusammen mit der Ente wandert auch gleich ein Löffel Rotkohl und ein rieeesen Klacks selbstgemachten Ingwer-Mandarinen Chutneys in die Semmel ...
Die Kombination aus der fruchtigen Säure der Mandarinen und der Schärfe des Ingwers, vereinigt in einem leuchtend orange-farbenen Chutney, passt einfach wunderbar zu dem Geschmack des  Entenfleisches .


Die Süße des Rotkohls macht unser Enten-Pita zu einem absolut runden Geschmackserlebnis!
Ente gut - alles gut :-)


Hm...also dieses Ingwer-Mandarinen Chutney mache ich jetzt öfter mal! Schmeckt sicher auch Klasse zu Rehbraten!


Ihr braucht dazu
2 Pita-Brote
Reste vom Entenbraten bzw.
1 zart rosa gebratene Entenbrust , in Scheiben
2 El Blaukraut (Alternativ: roher, geraspelter Rotkohl)
1 Handvoll Pflücksalat
4 Mandarinen
4 Tl frisch geriebener Ingwer
1 El Olivenöl
1 Schalotte, gewürfelt
2 El brauner Zucker
2 El Weißweinessig
1/2  Tl Kardamom
1/2 Tl Salz
1/4 Tl Pfeffer

Den Ingwer reiben.
Die Schale der 4 Mandarinen abreiben und in einer Schüssel sammeln. Die Früchte segmentieren und in Scheiben schneiden. Das Öl erhitzen und die Schalotten darin ca 3 Minuten anbraten. 2 El braunen Zucker dazugeben und die Schalotten karamellisieren lassen. 2 El Essig dazugeben. Nun wandern auch Mandarinen-Scheiben, Abrieb, Kardamom und der Ingwer hinzu. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und 10 Minuten einkochen lassen. Danach auf Zimmertemperatur  abkühlen lassen und danach mindestens eine Stunde im Kühlschrank ziehen lassen.

Die Entenbrust braten (Hier gibts die Anleitung) bzw das Fleisch vom Rest-Braten auslösen.
Die Pitabrote im Ofen anwärmen bzw. aufbacken und dann mit etwas Salat, 1-2 El Blaukraut oder Rotkohl und dem Entenfleisch füllen. Und dann immer schön drauf mit unserem leckeren Chutney!

Hm...einfach köstlich! Oder wie man so schön sagt: Ente gut, alles gut
Bringt die Woche gut über die Bühne, ihr Lieben!

Eure Kiki


Montag, 6. Oktober 2014

Herbstlicher Hühnchen-Salat mit Trauben, Mandeln und Mohn

Heute geht es wieder los. Der Startschuss zum Wintersemester ist gefallen
Für mich sogar das allerletzte Mal! 
Aber ich bin ehrlich gesagt mehr als bereit, jetzt, nach meiner 5-jährigen Universitäts-Laufbahn, endlich einen Schlussstrich zu ziehen ! Verrückt, oder? 
Wie schnell man eben mal 5 Jahre lang vor sich hin studieren kann, ohne das Gefühl zu haben, man wäre auch nur annähernd wirklich für den späteren Beruf gewappnet. 
Wenn ich mich an die Kiki aus dem ersten Semester erinnere, merke ich aber schon, wie sehr mich die Studien-Zeit geprägt und verändert hat. Und das passierte nicht einmal während des Semesters! Gut, ich weiß jetzt über die punischen Kriege Bescheid und kann einen Text in englische Lautschrift transkribieren. Das ist aber auch nicht gerade die Art von Wissen, die man beim Kneipen-Abend lässig in eine Konversation einstreuen kann. 
Nein, die Kiki, die ich heute bin, wurde dann doch eher in der vorlesungsfreien Zeit geschmiedet. Auf Reisen, in Praktika...etc. 
Also schon alleine wegen den Erfahrungen, die ich während dieser Zeit sammeln durfte, hat sich das lange Studium auf jeden Fall gelohnt. 
Wie dem auch sei, jetzt heißt es nochmal Vollgas geben, denn die Abgabe der Zulassungsarbeit steht langsam an. Da sitzt man jetzt schon mal schnell 8 Stunden am PC und wird von seinem eigenen, hungrigen Magen-Knurren aus der Tipp-Trance gerissen. 
Dann rufe ich oft meinen Mr. Kanada an, damit er uns von der Arbeit (ist ja Koch), ein Grill-Hendl fürs Abendessen mitnimmt.
Ich  stehe nämlich einfach total auf  Brat-Hendl, hierzulande auch "Gigerl" genannt.
 Bei plötzlichem Heiß-Hunger gibts für mich nichts Besseres!
Da wir auch zu zweit selten ein ganzes Hendl schaffen, gibt es dann am nächsten Tag die Reste!
Und auf die freue ich mich immer am meisten, denn daraus kann man wirklich die feinsten Gerichte zaubern !! 

Mein derzeitiger Favorit ist dieser herbstliche Hähnchensalat, serviert in einem herrlich knusprigen, buttrigen Croissant! 
Vollgepackt mit fruchtig-nussigen Aromen und  Texturen, ist dieses gefüllte Croissant wirklich der perfekte, schnelle Mittags-Snack!


Hühnchen Salat mit Mandeln und Trauben


Hier kommt alles rein, was die goldene Jahreszeit ausmacht!
 Zum Hähnchenfleisch wandern Trauben, geröstete Mandeln, Cranberries und feinen Mohnsamen. Hm...fruchtig, nussig, herzhaft ! 
Griechischer Joghurt und ein Klecks Mayonnaise sorgen für Saftigkeit und ein wunderbar cremiges Mundgefühl.


Hühnchensalat mit Nüssen und Trauben

Hab ich schon erwähnt, dass Croissant mein neues liebstes Sandwich-Brot ist?
Croissant als Sandwich hmm...nennen wirs Croissandwich?? 

Mal ne Abwechslung zum guten Pumpernickel! Man gönnt sich ja sonst nichts!
So gestärkt kann man so ein neues Semester oder eine anstrengende Arbeitswoche doch locker in Angriff nehmen, nicht wahr?



Für 2 Personen braucht ihr:

2 Croissants
Ausgelöstes Fleisch 1/2 Hähnchens
2 El getrocknete Cranberries
2 Handvoll Trauben
1 Stange Sellerie
4 El Mandelblättchen
2 EL Mohnsamen
2 El Mayo
4 El griechischer Joghurt 
1 Spritzer Zitronensaft
etwas Zitronenschale
Salz, Pfeffer

Die Cranberries evtl kurz mit etwas heißem Wasser übergießen, damit sie weicher werden.
Mandeln in der Pfanne rösten. Trauben halbieren oder vierteln. Sellerie in feine Scheiben schneiden.
Alle gelisteten Zutaten  mit dem ausgelösten Hähnchenfleisch vermischen, mit Salz,Pfeffer und Zitronenschale abschmecken und kurz im Kühlschrank durchziehen lassen (mind. 30 Minuten).
Danach halbieren wir unsere frischen Croissants und füllen sie mit dem herrlichen, gut durchgezogenen Hühnchensalat.
Und dann kann schon gespeist werden! Vielleicht noch ein Gläschen Weißwein gefällig? 

Hach, für mich wohl nicht, denn ich muss jetzt, nach Wochen, tatsächlich raus aus meiner bequemen Chiller-Hose und rein in die enge Jeans...Die Uni ruft!
Die Eier meiner Nachbarn, die auch mal lässig im Pyjama in die Bib gehen, müssen mir wohl erst noch wachsen.
:-) 

In dem Sinne, möget auch ihr heute die Kraft finden, euch aus euren Pyjamas zu schälen.
Einen guten Start in die Woche!

Eure Kiki 



Samstag, 4. Oktober 2014

Apfel-Charlotte mit gesalzener Butter

Besonders jetzt im Herbst liebe ich ja gedeckte Apfelkuchen!
Aber manchmal habe ich einfach Null Lust, mich mit Mürbteig abzuplagen! 
Teig mischen und jaaa nicht überarbeiten, Kühlzeit einhalten, dünn ausrollen ...aaaaanstrengend!!! 
Und danach siehts wieder aus, wie bei Hempels unterm Sofa! 
Ihr kennt das sicher! 
Für alle, die sichs, wie ich, auch mal gerne einfach machen wollen, kommt hier eine absolut geniale Konstruktion. 
Eine Apfel-Charlotte mit einer knusprigen, karamellisierten Weißbrot-Hülle.
Weißbrot Hülle??? Ich weiß, unter Charlotte stellt man sich ja eher diese von Löffelbiskuits und Mini-Rouladen umzäunten Torten-Kunstwerke vor.
Und ja, auch das ist eine Charlotte, aber eben nur die französische Interpretation des Original-Rezepts. 

Also, wer hatsch´ erfunde? 

Naja, Merry Old England. Die ursprüngliche Charlotte kommt definitiv aus dem Land der "Puddings", und dort wurde einfach eine Kuchenform mit gebuttertem Weißbrot ausgelegt und dann zusammen mit einer schönen Apfelfüllung gebacken. Simpel, schlicht und bodenständig, wie wir es von den Insulanern gewohnt sind.
Namensgebend war dabei übrigens die Frau des englischen Königs George III, Sophie Charlotte von Mecklenburg Strelitz. 
Interesting, nicht war! Also haben wir wohl auch ein bisschen unsere Finger im Spiel! 
Zurück zum Kuchen! 
Die ganze Chose schmeckt nämlich bei weitem nicht so banal, wie sie sich der Beschreibung nach anhört. Das Geheimnis ist nämlich - und hier agieren wir ganz auf einer Linie mit der französischen Küche - Butter, Butter und nochmals Butter. 
Und zwar die gesalzene! Das gibt unser traditionell englischen Apfel-Charlotte etwas Pep, und hebt die Süße der Äpfel und des karamellisierten Toasts noch besser hervor.



Für die Füllung karamellisieren wir einfach unsere Apfelspalten mit Zucker und natürlich reichlich Butter und würzen das Ganze mit Zimt und Muskatnuss.



Für die Hülle brauchen wir jediglich ein paar Scheiben Toastbrot, die wir großzügig buttern, bevor wir mit ihnen die gezuckerte Form auslegen. Im Ofen karamellisiert dann die gebutterte Oberfläche der Weißbrotscheiben und wird wunderbar knusprig.


Ja, so eine Apfel-Charlotte geht schneller, als der Name es befürchten lässt. 

Für eine 18 cm Springform braucht ihr:
1,2 kg säuerliche Äpfel (zB, Boskop oder Renette)
2 El + 50 g Zucker
1 Pck. Bourbon Vanillezucker
1 Tl Zimt
1/4 Tl Muskat
ca. 75 g gesalzene Butter
ca 10 Scheiben Toastbrot/Kastenweißbrot
Puderzucker zur Deko

Den Ofen auf 160 Grad vorheizen.
Die Springform fetten und mit ca 2 El Zucker ausstreuen. Die Äpfel schälen, entkernen, und in dünne Spalten schneiden. 50 g Zucker, 50 g Butter, Vanillezucker, Gewürze und die Äpfelscheiben ca 10 Minuten dünsten.
Die Kruste vom Brot schneiden  Einen Teil Scheiben so zurechtschneiden, dass ihr mit ihnen den Rand der Springform auskleiden könnt. Tüchtig buttern und mit der Butter-Seite nach außen den Rand mit den Scheiben auslegen. Das übrige Brot in Kuchenstück-große Dreiecke schneiden, buttern  und wieder mit der Butterseite nach unten den Boden auslegen. Die Hälfte der Apfelmasse darauf geben und  wieder eine Schicht gebutterte Brotdreiecke dazwischenlegen. Den Rest der Apfelmasse darauf verteilen und wieder mit Toastbrot-Dreiecken abschließen. Diesmal mit der Butterseite nach oben.
Den Kuchen noch mit Zucker bestreuen und dann für ca 40 -45 Minuten in den Ofen (E-Herd:175/Umluft:150) knusprig und goldbraun backen.
Am besten gleicht warm mit reichlich Vanilleeis oder Sahne servieren!
Einfach köstlich und so einfach! Aber aufheben solltet ihr ihn nicht zu lange.
Frisch schmeckt er wirklich am besten!
Aber da der Kuchen ja nicht gerade groß ist, und trotz der Butter auch nicht sehr mächtig, denke ich nicht, dass ihr lange daran essen werden. :-)
Kalorientechnisch jedenfalls sind 2 Stück sowas von drin!

Also sucht euch ein kuscheliges Eck und macht es euch eine Runde mit eurer Apfel-Charlotte gemütlich!

Genießt das lange Wochenende,
Eure Kiki

Mittwoch, 1. Oktober 2014

Birnen-Kürbissuppe mit Apfel-Cider und Vanille

Und schon ist er da, der Oktober! Meiner Meinung nach ja der schönste Monat des Herbstes.
Der  September kann sich ja in unseren Breitengraden oft nicht entscheiden, ob er noch Sommer oder schon Herbst sein soll und entscheidet sich in seiner Verzweiflung dann meist für Regen!

Nein, der Oktober weiß wohin er gehört und die Natur feiert nun mit bunt leuchtenden Laubbäumen ihren  Abschied in den Winterschlaf!
Im Oktober liebe ich es, Morgens am Inn entlang zu gehen und zu sehen, wie der Nebel über meiner Drei-Flüsse Stadt langsam der goldenen Herbst-Sonne weicht!
Auf dem Heimweg freue ich mich dann schon auf eine schöne Tasse Tee und darauf, etwas in meinen Kochbüchern zu schmökern.
Ja, nach einem Action-geladenen Sommer hat der Herbst doch etwas wunderbar entschleunigendes, findet ihr nicht?
Die sinkenden Temperaturen, die Renaissance der Schlabberpullis, warmen Farben ....
Und all die feinen Suppen, die jetzt wieder vermehrt auf den Tisch kommen.
Meine erste Wahl ist dabei ja immer Kürbissuppe.
Nicht nur wegen der schönen orangenen Farbe, die so schön die Herbststimmung der Natur wiederspiegelt. Nein - auch wegen der Vielfältigen Kombinationsmöglichkeiten!
Besonders gelungen finde ich dabei immer die Paarung des nussig, buttrigen Aromas von Kürbis mit einer fruchtigen Komponente.
Letztes Jahr war habe ich beispielsweise Hokkaido mit Melone und Wasabi kombiniert ( Hier der Blog-Eintrag dazu). Ein Gedicht!

Jüngst bin ich dann  auf ein weiteres Rezept gestoßen, das sich schon beim Lesen so unwiderstehlich anhörte, dass ich nicht umhin konnte, es sofort auszuprobieren.
Es entstammt mal wieder meiner Urlaubslektüre, Molly Wizenberg´s "A homemade life".
Ein unglaublich liebevoll geschriebenes und persönliches Buch über ihre Kindheit und ihr Leben generell, und ihre Liebe zum Essen im Speziellen. Perfektes Lesefutter für alle Foodies!

Da ich damals gerade im Sommerhaus meiner Schwiegereltern war, war diese Suppe gleichzeitig meine Koch-Premiere in der kanadischen Blockhaus-Küche!
 Das erste Mal die Schwiegereltern zu bekochen ist ja immer ein bisschen aufregend, aber dieses Rezept hörte sich einfach zu perfekt an! Zumal wir damals einen erstaunlich kalten Regentag durchlebten und eine wärmende Suppe eine perfekte Abwechslung zum daily BBQ darstellte.

In diesem herbstlichen Suppentraum trifft Butternuss Kürbis auf reife Birnen, echte Bourbon Vanille und Apfel-Cider!
Die Kombination erscheint auf ersten Blick leicht ungewöhnlich, doch ich sage euch, es schmeckt einfach traumhaft! Wunderbar lieblich und fruchtig mit dem nussig, buttrigen Aroma des Butternuss Kürbisses, kontrastiert durch die leichten Säure des Ciders! Und dann diese wunderbare Vanille-Note im Abgang! Ein absolutes Gourmet-Süppchen!



Kürbissuppe mit Birne und Vanille

Meine Liebe für Cider habe ich kurz davor während meines Irland-Urlaubs wieder entdeckt! Unglaublich, was es da für tolle Geschmacksrichtungen zu kaufen gibt.
Ich sage nur: Winterapfel und Rhabarber...Da werde sogar ich, als eingefleischtes Wein-Mädchen, schnell mal zum Bier-Trinker.
Solltet ihr Schwierigkeiten haben, an guten Cider oder Apfelwein zu kommen, könnt ihr ihn im Rezept auch einfach durch Apfelsaft ersetzen.
Wegen des erhöhten Zuckergehaltes in Apfelsaft, würde ich die Menge aber etwas reduzieren, da die Kürbissuppe ja auch noch Birnen enthält und sonst zu süß werden könnte.

Birnen Kürbissuppe mit Vanille

Für diese herrliche Birnen- Kürbissuppe braucht ihr für 4 Personen:

3 El Olivenöl
1 großen Butternuss-Kürbis in Würfeln
2 reife Birnen, gewürfelt
1 große Zwiebel, gehackt
350 ml Cider
Das Mark einer Vanilleschote
1 Becher Sahne
4 Tassen Brühe
1 Tl Salz

Das Olivenöl erhitzen und die Zwiebel, die Birnen und die Kürbis-Würfel darin 10-15 Minuten anschwitzen, bis die Birne leicht zerfällt und die Zwiebel glasig werden. Mit Cider aufgießen und 2 Minuten köcheln lassen. Dann die Brühe zugeben und das Ganze für ca 30 Minuten auf mittlerer Hitze vor sich hinköcheln lassen, bis der Kürbis schön weich ist.
Die Suppe mit dem Pürierstab oder dem Foodprocessor zu einer glatten, orangenen Creme pürieren.
Nun zurück auf den Herd stellen und einköcheln lasen, bis sie die für euch perfekte Konsistenz hat.
Je nachdem, wie viel Stärke euer Kürbis enthält evtl. noch etwas Cider oder Brühe nachgießen.
Denkt aber daran, dass auch noch die Sahne dazukommen wird.
Die Sahne mit dem Mark der Vanilleschote in einem kleinen Topf erwärmen und dann unter die Kürbiscreme rühren. Mit Salz abschmecken.

Die Suppe schmeckt übrigens  am besten, wenn ihr sie noch etwas stehen lasst und sie nicht zu heiß mit frischem Baguette serviert!

Was für ein Genuss!!!
Alle, ja sogar mein Gourmet-Schwiegerdad,  waren schwer begeistert und jeder hätte wohl gerne noch Nachschlag gehabt! Beim nächsten Mal koche ich wohl die doppelte Menge.

Also, ihr Lieben, wenn es demnächst wieder einmal gilt, Gäste generell und Schwiegereltern im Besonderen, zu beeindrucken, dann kann ich euch diese feine Suppe wirklich nur wärmstens empfehlen.

Beim Blick auf das Regenwetter und den Nebel über Passau fühle ich mich jetzt sogar versucht, gleich wieder loszuziehen und meinen Mr. Kanada heute Mittag mit seiner neuen "Favourite Soup" zu überraschen.
Ich glaube, das mache ich jetzt! Und ihr?

In Suppenliebe,
Eure Kiki